Initiator*innen und Motivation

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die von der Überzeugung getragen sind, dass Klimawandel und Umweltzerstörung entschiedenes Handeln erfordern. Wir kommen aus der Wissenschaft und arbeiten in unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Institutionen und Organisationen. Wir wollen die Notwendigkeit von Verhaltensänderungen zur Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs in die gesellschaftspolitische Diskussion einbringen. Wir verstehen uns als parteiunabhängiger Zusammenschluss gleichgesinnter zivilgesellschaftlicher Akteur*innen.

Die im Folgenden dargelegten Überzeugungen bilden die Basis für unsere Zusammenarbeit und daraus folgende Aktivitäten.

Um die Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben für zukünftige Generationen sowie der Menschen in anderen Regionen der Welt zu erhalten, dürfen die planetaren Grenzen durch unseren Energiekonsum und Ressourcenverbrauch zukünftig nicht mehr überschritten werden. Hierfür reichen technische Lösungen und die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz nicht aus. Neben einer umfassenden Umstellung auf Erneuerbare Energien und der Nutzung energie- und ressourcensparender Technologien bedarf es einer drastischen Reduzierung des Energie- und Rohstoffverbrauchs durch Verhaltensänderungen in allen Sektoren (Strom, Mobilität, Wohnen und Konsum).

Der damit notwendige soziale und kulturelle Wandel beinhaltet grundlegende und weitreichende Veränderungen unseres Wirtschaftssystems, der technischen und baulichen Infrastrukturen sowie unseres Konsumverhaltens. Voraussetzung für diesen Wandel ist eine gesellschaftliche Diskussion und Einigung darüber, was wir zukünftig unter einem guten Leben verstehen wollen. Angesichts endlicher Ressourcen und der Belastungsgrenzen der Ökosysteme ist die Entkopplung unserer Vorstellung eines guten Lebens, unseres Wohlergehens und unserer Zufriedenheit von einem – physikalisch unmöglichen – stetigen Wachstum unabdingbar.

Wir brauchen schnellstmöglich

  • eine breite gesellschaftliche Verständigung über die Kriterien einer guten, sozial gerechten und dauerhaft tragbaren Lebensweise ‑ darüber, was genug ist,
  • politische Entscheidungen, die umweltverträgliche gesellschaftliche Lebensweisen ermöglichen und fördern und umweltschädigende Lebensweisen erschweren oder verhindern,
  • die individuelle Bereitschaft, solche politischen Entscheidungen zu unterstützen und im eigenen Verhalten umzusetzen.

Wir sind uns bewusst, dass dies in allen Lebensbereichen eine erhebliche gesellschaftliche Transformation erfordert, die individuell auch als Verlust, Belastung oder Verzicht wahrgenommen werden kann.

Wir sind aber der Überzeugung, dass wir hierdurch an Lebensqualität gewinnen werden. Zudem können wir nur auf diesem Weg unserer Verantwortung für eine global nachhaltige Entwicklung und gegenüber künftigen Generationen gerecht werden.

Wir verstehen es als unsere Aufgabe,

  • die Notwendigkeit sozialer und kultureller Veränderungen für einen wirksamen Klima-, Natur- und Landschaftsschutz in die gesellschaftliche Debatte einzubringen und hierdurch einerseits politischen Druck zu erzeugen,
  • gleichzeitig aber Politiker*innen, die sich für die skizzierten Ziele einsetzen, zu unterstützen,
  • als Ansprechpartner*innen zur Verfügung zu stehen, um politische Entscheidungsträger und andere gesellschaftliche Akteure bei Fragen zur Entwicklung und Umsetzung von Suffizienzstrategien und -maßnahmen zu beraten,
  • interessierte Akteure zu vernetzen und miteinander ins Gespräch zu bringen.

Hierzu streben wir den Austausch mit gleichgesinnten Initiativen, Organisationen und Personen an, um zur Erzielung möglichst weitreichender Ressourcen- und Energieeinsparungen innerhalb der nächsten Jahre beizutragen.

Initiator*innen (alphabetische Reihenfolge)

Dr. Lars Berger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesamt für Naturschutz, Abteilung für Grundsatzangelegenheiten, integrativer Naturschutz und nachhaltige Nutzung, Bonn; Anja Bierwirth, Leiterin Forschungsbereich Stadtwandel, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Dr. Lars-Arvid Brischke, ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, Büro Berlin; Dr. Bernd Demuth, TU Berlin, Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung; Dr. Dennis Eversberg, Nachwuchsgruppenleiter, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Soziologie; Dr. Corinna Fischer, Frankfurt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Öko-Institut, Dipl.-Ing. Jörg Göpfert, Studienleiter Umwelt und Soziales, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V., Lutherstadt Wittenberg; Dr. Gregor Hagedorn, Initiator Scientists for Future, Berlin; Prof. Dr. Dieter Haselbach, Zentrum für Kulturforschung, Berlin; Prof. Dr. Stefan Heiland, TU Berlin, Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung; Leon Leuser, adelphi, Berlin; Danny Püschel, NABU, Berlin; Dr. Corinna Vosse, Akademie für Suffizienz, Reckenthin.

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