Argumente, Fakten, Quellen

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Im Folgenden werden zu den einzelnen Teilen des Aufrufs (kursiv) weitere Argumente und Fakten genannt und durch Quellen belegt.

Ein gutes Leben und eine sichere Zukunft sind grundlegende Rechte aller Menschen. Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise hat das für viele Menschen, insbesondere in den reichen Ländern des globalen Nordens, bislang ermöglicht. Ihr immenser Ressourcen- und Energiebedarf ging und geht jedoch zu Lasten anderer Menschen, v. a. in Asien, Afrika und Lateinamerika, führt zu Umweltzerstörung, Artensterben und Klimawandel und gefährdet damit unsere Lebensgrundlagen.

Argumente: Die ungleiche Verteilung von Nutzen und Schaden

Jeder Mensch hat laut "Allgemeiner Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen die gleichen und unveräußerlichen Rechte, u. a. auf Freiheit vor Furcht und Not, sozialen Fortschritt, Freiheit und Sicherheit der Person, Bildung, sowie auf einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen.2 Hiermit nicht im Einklang stehen Lebensweisen und Wirtschaftsformen, die das nur für die eigene Person oder die eigene Nation gewährleisten, es anderen durch einen übermäßig hohen Material- und Energiekonsum jedoch erschweren oder unmöglich machen.

Energie- und ressourcenintensive Lebensweisen eines Teils der Menschheit, darunter in Deutschland, gehen zu Lasten der Menschen in anderen Regionen der Welt. Unser Bedarf an Nahrung und Rohstoffen führt beispielsweise zur Abholzung von Regenwäldern in Amazonien und Indonesien, zum Verlust biologischer Vielfalt und fruchtbarer Böden sowie zur Verschmutzung oder gar Vergiftung von Flüssen und Grundwasser und nicht zuletzt zu sozialer Ausbeutung in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern.3 Diese sind zudem bereits jetzt von den Auswirkungen des Klimawandels deutlich stärker betroffen als die für die Klimakrise hauptsächlich verantwortlichen Industriestaaten.4

Doch auch Deutschland leidet unter den Auswirkungen der energie- und ressourcenintensiven Lebens- und Wirtschaftsweise – hierzu zählen beispielsweise die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels5, die weitere Abnahme der Artenvielfalt6 sowie die zunehmende Monotonisierung und
Uniformierung unserer Kulturlandschaften.7

Viele weitere, nicht erwünschte negative Folgen unserer Lebensweise für Boden, Wasser, Klima, Luft, biologische Vielfalt und nicht zuletzt die menschliche Gesundheit sind in der wissenschaftlichen Literatur vielfach belegt.8

Fakten

Die ungleiche und ungerechte Verteilung sowie die nicht nachhaltige Nutzung der auf unserem Planeten zur Verfügung stehenden Ressourcen lassen sich an drei Beispielen belegen.

  1. Das finanzielle Einkommen ist global sehr ungleich verteilt. So beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Person in Deutschland mit ca. 40.000 € etwa das 23-fache Indiens (1.700 €), fast das 60-fache von Äthiopien (669 €) und fast das 100-fache der Demokratischen Republik Kongo (415 €).9
  2. Der anhand des ökologischen Fußabdrucks10 durch das Global Footprint Network jährlich ermittelte ‚Globale Erdüberlastungstag‘ (‚Earth Overshoot Day‘) zeigt, dass die Menschheit insgesamt die ökologischen Grenzen unseres Planeten um etwa 75 % überschreitet, der zugrundeliegende Verbrauch jedoch sehr unterschiedlich ist. So war der Globale Erdüberlastungstag 2019 am 29. Juli, früher als jemals zuvor. An diesem Tag hatte die Weltbevölkerung die gesamten nachhaltig nutzbaren Ressourcen verbraucht, die ihr für dieses Jahr rechnerisch zur Verfügung stünden, wenn sie nur so viel nutzen würde, wie sich im selben Zeitraum regeneriert. In Deutschland war der Erdüberlastungstag bereits am 3. Mai, d. h. Deutschland verbraucht einen weit überdurchschnittlich hohen Anteil an den globalen Ressourcen. Wäre der Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung so groß wie in Deutschland, hätte sie schon bis zu diesem Zeitpunkt die regenerierbaren Ressourcen verbraucht, die ihr für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Um einen solchen Verbrauch nachhaltig zu decken, bräuchten wir drei Erden. „Die Menschen hierzulande leben ab dem 3. Mai daher auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im globalen Süden, die deutlich weniger verbrauchen, aber stärker von den ökologischen Folgen betroffen sind.“11
  3. Der Globale Klima-Risiko-Index 2019 zeigt, dass die zehn am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder durchwegs arme Staaten sind, die im Human Development Index meist hintere Ränge belegen,12 wie etwa Sierra Leone (Platz 184 von 189), Madagaskar (161) oder Bangladesch (136). Dies ist umso gravierender, als viele Menschen in armen Staaten kaum über Möglichkeiten verfügen, sich an die Folgen des Klimawandels, wie Dürren, Überflutungen, Hitzewellen, Ernteausfälle, Wasserknappheit und Lebensmittelmangel anzupassen.13 Eine Studie der Universität Stanford14 kommt zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel die wirtschaftliche Ungleichheit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern erheblich verschärft hat. Allerdings: Intensität und Auswirkungen des Klimawandels sind sehr dynamisch, so dass sich auch die Betroffenheit einzelner Länder von Jahr zu Jahr verändern kann. So nennt der Globale Klima-Risiko-Index 202015 für das Jahr 2018 Deutschland aufgrund des Hitzesommers mit dem wärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen als das (nach Japan und den Philippinen) am drittstärksten durch den Klimawandel betroffene Land.

Daher müssen wir unseren Material- und Energiekonsum drastisch verringern. Nur so können wir unserer globalen Verantwortung für eine menschenwürdige Zukunft gerecht werden.

Argumente: Die Verantwortung Deutschlands

Wenn es uns nicht gelingt, unsere Lebens- und Wirtschaftsweisen so zu ändern, dass wir unseren Energie- und Ressourcenbedarf sowie die Freisetzung von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen erheblich reduzieren, werden wir weitere Umweltzerstörung, den Verlust biologischer Vielfalt, Klimawandel und zunehmende soziale Ungleichheit nicht verhindern können. Lebensqualität, Gesundheit und Lebenserwartung von immer mehr Menschen, insbesondere künftiger Generationen, werden darunter erheblich leiden. Damit schränken wir ihr Recht auf ein menschenwürdiges, gutes Leben und ihre künftigen Entscheidungsmöglichkeiten drastisch ein.

In naher Zukunft muss daher weltweit u. a. eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen erreicht werden, um die Erderwärmung auf 1,5 oder zumindest 2 Grad Celsius zu begrenzen. Deutschland kommt hier – neben anderen Industriestaaten – eine besondere Verantwortung zu, da es pro Einwohner*in einen global überdurchschnittlich hohen Ressourcen- und Energieverbrauch aufweist. Zwar beträgt der Anteil Deutschlands an den weltweiten CO2-Emissionen „nur“ ca. 2 %, dennoch belegt Deutschland Rang 6 unter den Ländern mit dem weltweit höchsten CO2-Ausstoß. Zudem beträgt der Anteil Deutschlands an der Weltbevölkerung nur etwa 1,1 %. Unser durchschnittlicher CO2-Pro-Kopf-Ausstoß aus fossilen Energiequellen betrug laut Angaben der Europäischen Kommission im Jahr 2017 9,7 Tonnen, weltweit lag dieser Wert bei etwa 4,8 t, in Kenia bei 0,37 t und in Nepal bei 0,28 t.16

Deutschland ist eines der reichsten und wirtschaftsstärksten Länder der Erde mit einem einen global überdurchschnittlich hohen materiellen Lebensstandard.17 Hinter den USA, China und Japan ist es die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt.18 Es verfügt über eines der besten Bildungs- und Sozialsysteme, über hoch qualifizierte Wissenschaftler*innen, eine Vielzahl an Technologie-Unternehmen mit Potenzial für innovative umweltfreundliche Entwicklungen und ein ausdifferenziertes Umwelt- und Naturschutzrecht.

Daher kommt Deutschland aufgrund seines bisherigen überdurchschnittlichen Anteils an Ressourcennutzung und Freisetzung von Treibhausgasen sowie aufgrund seiner Möglichkeiten eine besondere Verantwortung als Vorreiter und Impulsgeber bei der naturverträglichen Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der international vereinbarten Klimaschutz- und Biodiversitätsziele zu.

Dass die Generation, die derzeit die politische und gesellschaftliche Verantwortung trägt, dieser auch gerecht wird, fordern zunehmend mehr junge Menschen. Diese werden von den Auswirkungen unserer derzeitigen Lebensweise weit mehr betroffen sein als Ältere. Die Bewegung ‚Fridays for Future‘ zeigt dies ganz deutlich, ebenso diverse Studien, die belegen, dass Umwelt- und Klimaschutz zu den wichtigsten Zukunftsthemen der jungen Generation zählen.19

Fakten

Ziel der Bundesregierung ist es, den Primärenergieverbrauch Deutschlands gegenüber 2008 bis 2020 um 20 %, bis 2030 um 30 % und bis 2050 um 50 % zu senken. Das Ziel für 2020 wird bislang deutlich verfehlt. Bis 2019 konnten lediglich 11 % eingespart werden.20 In der Konsequenz bedeutet dies, dass nun in allen gesellschaftlichen Bereichen enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Einsparziele noch zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, so wird das am 12. Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarte Ziel zur Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber vorindustriellen Werten verfehlt.21

Laut Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) vom Oktober 2018 dürfen für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels ab Ende 2017 weltweit noch knapp 420 Gigatonnen (Gt) CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden. Da weltweit jedoch jedes Jahr circa 42 Gt CO2 ausgestoßen werden, ist dieses Budget voraussichtlich nach ca. neun Jahren – also Ende 2026! – aufgebraucht. Für die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels verbleibt für alle Staaten der Welt ein Budget von circa 1.170 Gt, das bei dem aktuellen Verbrauch nach etwa 26 Jahren aufgebraucht wäre.22

Damit verbundene Veränderungen werden oft mit Verzicht gleichgesetzt, einem Tabubegriff unserer Gesellschaft. Aber: Aufgrund unserer Lebensweise verzichten wir bereits heute auf Vieles, etwa


  • auf ein Klima, in dem sintflutartige Regenfälle, zerstörerische Stürme, Dürre- und Hitzeperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche die Ausnahme sind, nicht die Regel,
  • auf soziale Gerechtigkeit auf lokaler, nationaler und globaler Ebene,
  • auf saubere Luft, Artenvielfalt und Naturerleben,
  • auf Sicherheit der Nahrungs- und Wasserversorgung vieler Menschen,
  • auf öffentliche Räume in unseren Städten, die lärmfrei, vielfältig nutzbar und verkehrssicher sind
  • und durch all das auf ein gutes Leben und eine sichere Zukunft vieler Menschen.

Fakten

Die folgenden Absätze nehmen jeweils Bezug auf die oben genannten Aufzählungspunkte.

Die global gemittelten Temperaturdaten zeigen für den Zeitraum von 1880 – 2012 eine Erhöhung von 0,85°C.23 Global werden die Auswirkungen des Klimawandels anhand bisher beobachteter sowie projizierter künftiger Veränderungen für das frühe (2016–2035) und späte (2081–2100) 21. Jahrhundert folgendermaßen charakterisiert: Abnahme kalter Tage und Nächte sowie Zunahme heißer Tage und Nächte über den meisten Landflächen, Zunahme der Häufigkeit und/oder Dauer von Wärmeperioden und Hitzewellen, Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Starkniederschlägen, Zunahme der Intensität und/oder der Dauer von Dürren, Zunahme der Intensität tropischer Wirbelsturmaktivität, Anstieg des Meeresspiegels.24 Diese Veränderungen führen ihrerseits zu einem erhöhten Risiko vielfacher negativer Auswirkungen auf Boden, Wasser, Luft, biologische Vielfalt, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie auf die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln und insgesamt menschliches Wohlbefinden und Gesundheit.25

Die Erreichung sozialer Gerechtigkeit ist auf allen politischen Ebenen eine Herausforderung. Auf lokaler und nationaler Ebene sind dies in Deutschland insbesondere ungleiche Chancen auf Bildung und Zugang zu kulturellen und sozialen Ressourcen.26 Ungleichheiten auf internationaler Ebene bestehen insbesondere in der Höhe des Durchschnittseinkommens (s. o.), der Ernährungssicherheit, des Zugangs zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und Bildung sowie zu menschenwürdigen Arbeitsplätzen. Entsprechend sind Verbesserungen der Situation in diesen Bereichen zentrale Inhalte der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals), die bis 2030 erreicht werden sollen.27

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt stellt eine wesentliche Grundlage für das Leben und die Gesundheit der Menschen dar. Nach Angaben des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) sind aktuell weltweit ca. 25 % der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – dies entspricht etwa einer Million Arten. In den Szenarien bis 2050 werden Landnutzung und Klimawandel auch weiterhin als Hauptfaktoren für den global zu erwartenden Artenrückgang bezeichnet.28

Aus diesem Grund werden auf nationaler Ebene Anstrengungen unternommen, um den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. So hat das Bundesumweltministerium im Jahr 2011 mit dem "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" ein Förderprogramm zur Umsetzung der "Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" (NBS) aufgelegt29 – dennoch ist die biologische Vielfalt in Deutschland nach wie vor bedroht. Besonders augenfällig ist dies am Beispiel der Insekten feststellbar. So machte 2016 der Artikel „Der Trend geht zur sauberen Frontscheibe. Die Zahl der Insektenarten ist in Deutschland drastisch gesunken“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung30 auf Ergebnisse von Untersuchungen des Entomologischen Vereins Krefeld aufmerksam und erzielte eine hohe öffentliche Resonanz. Der Entomologische Verein hatte über einen Zeitraum von 27 Jahren einen starken Rückgang (bis zu 76 %) der Biomasse fliegender Insekten in Naturschutzgebieten festgestellt.31 Die u. a. hierdurch erzeugte Aufmerksamkeit führte 2018 zum Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“. Rund 1,8 Millionen Bürger*innen unterstützten es, im Juli 2019 wurden entsprechende Gesetzesänderungen sowie ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Artenvielfalt beschlossen.32

Laut der Naturbewusstseinsstudie 2013 bringen 92 % der deutschen Bürger*innen der Natur eine große Wertschätzung entgegen und sind der Meinung, dass diese zu einem guten Leben gehört. Rund 68 % (beide Zustimmungsstufen: voll und ganz sowie trifft eher zu) der Bevölkerung befürchten jedoch, dass es für ihre Kinder und Enkelkinder kaum noch intakte Natur geben wird.33

Nach Zahlen der Welternährungsorganisation (FAO) litten 2017 811,7 Millionen Menschen an Unterernährung, das entspricht einem Anteil von 10,8 % an der Weltbevölkerung. Dieser war zwischen 2005 und 2015 zwar deutlich von 14,5 % auf 10,6 % gesunken, steigt seitdem jedoch wieder an.34 Etwa vier Milliarden Menschen leiden Schätzungen zufolge während mindestens einem Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit; ca. 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einer sicheren Trinkwasserversorgung; durch verunreinigtes Wasser verursachte Krankheiten wie Cholera sind in vielen Ländern des globalen Südens nach wie vor weit verbreitet.35 Dem UN-Weltwasserbericht 2020 zufolge wird sich diese Situation aufgrund des Klimawandels sowie steigendem globalen Wasserverbrauch zunehmend verschärfen.

Nach einer Erhebung des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2018 fühlt sich ein Großteil der Bevölkerung durch Verkehrslärm gestört: 75 % durch Straßenverkehr, 42 % durch Fluglärm und 35 % durch Schienenverkehr.36

Wir, als Unterzeichner*innen dieses Papiers, sind nicht bereit, diesen Verzicht länger zu akzeptieren und die Verschlechterung der jetzt schon bedrohlichen Situation hinzunehmen.

Argumente

Auch wenn wir bei weitem nicht mehr in der Lage sind, alle bisherigen Fehlentwicklungen zu korrigieren oder auszugleichen, so setzen wir ihnen doch ein positives Bild der Zukunft unserer Gesellschaft entgegen:

Wir decken unseren Energiebedarf klimaneutral und naturverträglich. Dabei werden wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange berücksichtigt. In Deutschland hat sich eine in allen Bereichen auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Gesellschaft entwickelt, die Energie und Ressourcen effizient und sparsam nutzt. Dies betrifft den Lebensstil und die Konsumgewohnheiten der einzelnen Menschen ebenso wie die politisch gesetzten Rahmenbedingungen, etwa in den Bereichen Energieversorgung, Wohnen, Mobilität, Landbewirtschaftung und Wirtschaft.

Ein rasches und konsequentes Umsteuern in diese Richtung begrenzt die Auswirkungen des Klimawandels, sichert und fördert eine größtmögliche biologische Vielfalt, funktionsfähige Böden, schadstofffreie Gewässer und vielfältige Kulturlandschaften. Gleichzeitig trägt es dazu bei, den in Armut lebenden Menschen, sei es in den entwickelten, insbesondere aber in den so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern, die Möglichkeit zu einem Leben in Sicherheit und Würde zu geben.

Die Abkehr von liebgewonnenen, bequemen, angenehmen und scheinbar gut funktionierenden Lebensgewohnheiten mag als schwer vermittelbar gelten und als Verzichtsgebot erscheinen. Doch was wir gewinnen, ist mehr: eine lebenswerte Zukunft für uns, die bereits lebenden, heute noch jungen Menschen sowie deren Kinder und Enkelkinder.

Eine zentrale Rolle kommt hierbei der Frage von Energieversorgung und Energieverbrauch zu. Denn Energie benötigen wir nicht nur für Strom, Wärme und Kraftstoffe; Energie steckt in allen Produkten, die wir konsumieren. Art und Umfang von Energieproduktion und Energiekonsum haben entscheidend zum Klimawandel und zur Gefährdung der Lebensgrundlagen beigetragen, die bisherigen Bemühungen zum Klimaschutz und zur Energiewende reichen dagegen bei weitem nicht aus.

Argumente

Energie- und Ressourcenschonung gehen grundsätzlich Hand in Hand, da die Nutzung von Ressourcen immer auf Energieverbrauch basiert. Dies beinhaltet den Energiebedarf für 1) Förderung der Rohstoffe, 2) Herstellung der Produkte, 3) Nutzung der Produkte, 4) die mit den Produkten verbundenen Dienstleistungen und 5) die Entsorgung der Produkte. Solange diese Energie aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, geht damit die Freisetzung von Treibhausgasen einher.

Gelingt es nicht, die oben genannten, oder besser noch weitergehende klimapolitische Ziele zu erreichen, wird sich der Klimawandel verschärfen. Er wird zu einer noch stärkeren Bedrohung für die biologische Vielfalt werden, die Funktionsfähigkeit und Nutzbarkeit von Böden und Gewässern beeinträchtigen und unsere Landschaften tiefgreifend verändern. Dies bedeutet letztlich die fortschreitende Zerstörung wesentlicher Lebensgrundlagen vieler Menschen.

Deshalb dürfen Klimaschutz und Naturschutz – trotz unbestreitbarer Zielkonflikte im Einzelfall – nicht als gegensätzliche Strategien verstanden werden, vielmehr sind sie zwingend aufeinander angewiesen. Ohne wirksamen Klimaschutz werden Naturschutzbemühungen keinen dauerhaften Erfolg haben, ohne Berücksichtigung von Naturschutzbelangen im Klimaschutz gefährden wir unbeabsichtigt, was wir erhalten wollen. Nur durch die Nutzung von Synergien zwischen beiden und die Vermeidung negativer Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen auf Boden, Wasser, biologische Vielfalt und Landschaft kann es gelingen, eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.37

Bisher sind wir jedoch weit davon entfernt sowohl die Ziele zur Verminderung des Energieverbrauchs und des Ausstoßes von Treibhausgasen als auch eines umfassend verstandenen Naturschutzes zu erreichen.

Fakten

Die enge Verknüpfung von Ressourcen- und Energieverbrauch sowie der Freisetzung von Treibhausgasen zeigt sich u. a. am Energiebedarf und dem Ausstoß von CO2-Äquivalenten (CO2e) bei der Produktion unterschiedlichster Güter. Wenngleich die folgenden Zahlen lediglich ca.-Zahlen sind, ihre Berechnung mit Schwierigkeiten verbunden ist und sie im konkreten Fall deutlich variieren können, so zeigen sie doch die Größenordnung der „Energie- und Klimawirksamkeit“ des Konsums von Alltagsgütern und -dienstleistungen:38

  • 1 kg Erdbeeren, gekauft in Deutschland:
    aus Italien 219 g CO2e,
    aus Südafrika über 11 kg CO2e
  • 1 kg Bananen: 480 g CO2
  • 1 kg Rindersteak: 17 kg CO2e
  • 1 kg Käse: 12 kg CO2e
  • 1 Jeans (nur Baumwollproduktion): 6 kg CO2e
  • 1 Paar Lederschuhe: 15 kg CO2e
  • 1 Hin- und Rückflug London-Hongkong:
    Economy 3,4 t CO2e,
    Erste Klasse 13,5 t CO2e

Denn sie [Energiewende und Klimaschutz] werden ausschließlich als technologische Herausforderungen betrachtet. Dies greift jedoch zu kurz – ohne Reduktion unseres Energie- und Ressourcenverbrauchs und ohne eine Änderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise werden Klimaschutz sowie eine sozial- und naturverträgliche Energiewende nicht möglich sein. Wir stehen in erster Linie vor einer sozialen und kulturellen Herausforderung.

Argumente

Der Umstieg auf erneuerbare Energien und die Entwicklung energieeffizienter Technologien sind dringend erforderliche Strategien, um den Energieverbrauch und die Freisetzung von Treibhausgasen zu reduzieren. Hierauf liegt auch das Augenmerk der Bundesregierung.39 Bislang sind hierdurch allerdings keine ausreichenden Einsparungen erreicht worden40, und es spricht nichts dafür, dass allein hierdurch die international vereinbarten energie- und klimapolitischen Ziele erreicht werden können. Dies gilt umso mehr, wenn mögliche negative Auswirkungen dieser Strategien auf Natur und Landschaft minimiert oder vermieden werden sollen. Das hat vor allem zwei Gründe:

  • Auch der Ausbau erneuerbarer Energien und effizientere Technologien erfordern materielle Ressourcen, von manchen Rohstoffen sogar deutlich mehr als bisherige Technologien (s. Fakten).41
  • Einsparungen durch effizientere Technologien werden oft durch so genannte Rebound-Effekte „aufgefressen“. Zwar sinkt der Energiebedarf der einzelnen Nutzung, die dadurch mit bedingte häufigere und intensivere Nutzung kompensiert diese Einsparungen jedoch oder übertrifft sie sogar. Deshalb werden kaum die erforderlichen absoluten Einsparungen erzielt.42

Dies macht weitere Bemühungen um Effizienzsteigerungen und neue Technologien keineswegs überflüssig, zeigt jedoch, dass diese allein nicht ausreichen, zumal wir es uns nicht leisten können, weitere Jahre zu verlieren, in denen wir auf technische Lösungen warten. Die Hoffnung, Klimakrise und Biodiversitätsverlust allein durch technologischen Fortschritt bei Bewahrung unserer derzeitigen material- und energieintensiven Lebensweise zu überwinden, ist daher nicht zielführend.

Deshalb muss die Politik eine möglichst sparsame Energie- und Ressourcennutzung weit stärker als bisher in den Mittelpunkt stellen. Dies betrifft die Reduktion des Bedarfs an Strom, Wärme und Treibstoffen in allen relevanten Sektoren wie Mobilität, Wohnen, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Ernährung und Konsum. Mit anderen Worten: Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Förderung energieeffizienter Technologien müssen durch eine Suffizienzstrategie43 ergänzt werden. Die Bundesregierung verfügt über eine Effizienzstrategie44, eine Suffizienzstrategie existiert bislang nicht. Eine solche muss ein deutliches Umsteuern der Energie- und Ressourcennutzung beinhalten und die gesellschaftliche Verbreitung anderer Lebensweisen und Wirtschaftsformen fördern, die sich innerhalb der langfristigen ökologischen Tragfähigkeit der Erde bewegen. Während Effizienzstrategien lediglich darauf abzielen, Lebens- und Konsumgewohnheiten mit geringerem Energie- und Ressourcenbedarf im Rahmen der derzeitigen Wirtschaftsform zu befriedigen, stellen Suffizienzstrategien diese selbst auf den Prüfstand.

Suffizienz (von lateinisch sufficere) bedeutet so viel wie „ausreichen“ oder „genug sein“. Die damit verbundene Frage, wieviel genug sein kann oder muss, bedingt keineswegs per se und ausschließlich individuellen Verzicht, auch wenn sich gewohnte alltägliche Verhaltensweisen und Anspruchshaltungen ändern müssen. Suffizienz bedeutet vielmehr, das richtige Maß zu finden zwischen zu wenig und zu viel, zwischen Verzicht einerseits und einer übermäßigen Energie- und Ressourcennutzung anderseits, die zu Lasten der natürlichen Umwelt, vieler Menschen in anderen Regionen der Welt und nicht zuletzt künftiger Generationen geht. Suffizienz ist Bestandteil einer zukunftsfähigen Wirtschaft, die das Wuppertal Institut45 mit den Worten „besser, anders, weniger“ beschreibt. Gemeint ist damit ein „ressourcenleichter Wohlstand aus dem Dreiklang von Dematerialisierung (Effizienz), Naturverträglichkeit (Konsistenz)46 und Selbstbegrenzung (Suffizienz)“.

Die Etablierung des Suffizienz-Prinzips in unserem Wirtschaftssystem und damit unserem Alltag verlangt, viele selbstverständlich gewordene Gewohnheiten auf ihre Notwendigkeit, ihren Sinn und ihre ökologischen Auswirkungen hin zu überprüfen. Dies berührt zwangsläufig die Fragen, wie wir leben wollen, wie wir leben können und wie ein gutes Leben im Angesicht von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und ihren Folgewirkungen aussehen kann. Dies sind keine Fragen, die allein wissenschaftlich und technologisch beantwortet werden können. Sie stellen vielmehr eine grundlegende soziale und kulturelle Herausforderung dar und können nur durch eine gesamtgesellschaftliche Diskussion geklärt werden.

Fakten

Dass Effizienzgewinne und neue Technologien allein nicht ausreichen, den anstehenden Herausforderungen gerecht zu werden, zeigen die folgenden Beispiele. Laut einer Studie der Universität Grenoble47 benötigt der Bau von Windkraft- oder Photovoltaik-Anlagen bei gleicher Leistung deutlich mehr Zement, Aluminium, Eisen, Kupfer und Glas als ein fossiles Kraftwerk. Die benötigten Rohstoffe stammen vor allem aus Entwicklungs- und Schwellenländern, wo ihr Abbau oft erhebliche Umweltschäden verursacht und unter Inkaufnahme von Menschenrechtsverletzungen sowie Unterschreitungen von sozialen und Arbeitsschutzstandards erfolgt.48 Zwar werden für den Bau von Wind- und PV-Anlagen bereits recycelte Rohstoffe verwendet49 – dennoch werden sich aufgrund des mittel- und langfristig zu erwartenden Zuwachses des Bedarfs an Primärrohstoffen wie Eisenerz, Bauxit, Seltene Erden, Silber, Indium und Kupfer die damit verbundenen Probleme nicht ohne Weiteres lösen lassen. Ähnliche Probleme sind mit der Förderung der Elektromobilität verbunden, die darauf basiert, dass wir unser derzeitiges Mobilitätsverhalten unter Nutzung anderer Technologien beibehalten können.

Ein Beispiel für Rebound-Effekte sind Automobile. So sind Automotoren in den letzten Jahrzehnten zwar immer sparsamer geworden, gleichzeitig wurden die Autos jedoch immer größer, schwerer, schneller und häufiger genutzt, so dass letztlich im Treibstoffverbrauch keine Einspareffekte erzielt wurden. Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung von immer leistungsfähigeren Geräten im Informations- und Kommunikationsbereich. Zwar sinkt der Energieverbrauch moderner PCs, Drucker, Smartphones – jedoch steigt der Energieverbrauch durch die Produktion stets modernerer Geräte, ihre häufigere Nutzung sowie die Belastung der Rechenzentren durch Suchanfragen, Cloud-Dienste und das Streaming von Filmen.50

Daher fordern wir von allen gesellschaftlich relevanten Entscheidungsträger*innen, besonders von der Bundesregierung und den Landesregierungen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden endlich wirksame Maßnahmen gegen die Bedrohung der Lebensgrundlagen zu ergreifen – und damit die eingegangenen internationalen Verpflichtungen zum Schutz von Klima und biologischer Vielfalt zu erfüllen.

Argumente

Die Bundesrepublik hat die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 und alle daraus folgenden Protokolle und Vereinbarungen, wie etwa das Kyoto-Protokoll und zuletzt das Pariser Übereinkommen von 2015 unterzeichnet, um die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Damit hat sich Deutschland verpflichtet, die daraus resultierenden Anforderungen zu erfüllen und im Rahmen der EU seinen Beitrag zur Erreichung der darin festgelegten Ziele zu leisten51. Dies ist bisher, wie weiter oben dargelegt, nicht oder nur äußerst unzureichend gelungen.

Die Dringlichkeit entschiedenen Handelns wird anhand des globalen Emissionsbudgets und des der Weltgemeinschaft voraussichtlich verbleibenden Zeitfensters zur Einhaltung des 1,5 bzw. 2,0 Grad-Zieles (9 bzw. 26 Jahre ab Ende 2017) deutlich. Das bedeutet, dass das weltweit verbleibende Emissionsbudget zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels ohne drastische Reduzierung voraussichtlich bereits Ende 2026 ausgeschöpft wäre, jenes zur Einhaltung des 2,0 Grad-Ziels 2043.
Auf Deutschland bezogen bedeutet das, dass zwischen 2015 und 2050 maximal 10 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen ausgestoßen werden sollten. Derzeit betragen sie etwa 0,8 Milliarden Tonnen pro Jahr – werden keine Reduktionen erreicht, so ist dieses Restbudget innerhalb eines Jahrzehnts nahezu aufgebraucht52.

Ebenso hat sich Deutschland im Rahmen des ‚Übereinkommens über die biologische Vielfalt‘ der UN von 199253 und seiner zahlreichen Folgevereinbarungen, der ‚Ziele für eine nachhaltige Entwicklung‘ (Sustainable Development Goals) (2015)54 sowie weiterer internationaler Vereinbarungen verpflichtet, essentielle Beiträge zum Schutz, zur Wiederherstellung und zur nachhaltigen und gerechten Nutzung von Lebensräumen, Ökosystemen und Arten zu leisten. Sowohl global als auch national werden die gesetzten Ziele bisher deutlich verfehlt55.

Sich diesen Defiziten offen zu stellen, ihre Ursachen zu analysieren und daraus konsequent die notwendigen und wirksamen Maßnahmen abzuleiten, ist Aufgabe der verantwortlichen Politiker*innen, insbesondere der gewählten Regierungen in Bund in Ländern. Dies erfordert den Mut, unbequeme Entscheidungen zu treffen und zu vertreten. Das ist keine einfache Aufgabe, denn unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Interessen sind in unterschiedlicher Weise von verschiedenen umwelt-, klima- und energiepolitischen Maßnahmen betroffen – übrigens auch durch den Verzicht auf Entscheidungen und das Unterlassen von Handeln. Daher ist eine weitgehende gesellschaftliche Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen erforderlich.

Aus diesem Grund wollen wir nicht nur Forderungen an „die Politik“ und andere Entscheidungsträger stellen, denn wir sind uns bewusst, dass politische Entscheidungen, die (vermeintliche) Besitzstände in Frage stellen oder stellen könnten, mit dem Verlust von Wählerstimmen oder zumindest der Angst davor verbunden sind56. Vielmehr erklären wir uns selbst bereit, die notwendigen Entscheidungen, Maßnahmen und daraus folgende Konsequenzen als politisch handelnde Bürger*innen zu unterstützen. Darüber hinaus werden wir uns als Konsument*innen in unserem Alltag bemühen, dies bereits heute – soweit innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen möglich – zu verwirklichen und vorzuleben.

1. Ehrlichkeit
Der Ausstieg aus fossilen Energien und Atomkraft, die Erhaltung des gewohnten Landschaftsbilds, ein gleichbleibend hoher Energieverbrauch sowie unveränderte Konsumgewohnheiten sind nicht gleichzeitig zu haben.

Wir fordern: Bekennen Sie sich zur Notwendigkeit von Ressourcen- und Energieeinsparungen und den damit verbundenen Konsequenzen für unsere Lebensweise und Wirtschaftsform. Fördern Sie die Debatte darüber, wie Klimaschutz, Naturschutz und soziale Belange in Einklang zu bringen sind. Ohne eine ehrliche Auseinandersetzung hierüber sind zukunftstaugliche Lösungen nicht möglich.

Argumente

Bislang ist das gesellschaftliche Verhältnis zur Energiewende von erheblichen Widersprüchen geprägt, die nicht ohne Weiteres auflösbar sind: Denn Klimaschutz und die von großen Teilen der Gesellschaft gewünschte Abkehr von fossilen Energieträgern und der Atomkraft57 einerseits, die Erhaltung gewohnter Landschaftsbilder sowie die Beibehaltung energieintensiver Lebensstile andererseits sind bei begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen nicht gleichzeitig zu verwirklichen, sondern stehen in Konkurrenz zueinander. Dennoch ist in Politik und Bevölkerung bisher kaum eine ernsthafte Bereitschaft zu erkennen, offen und umfassend über die Zukunftsfähigkeit energieintensiver Verhaltensweisen bzw. Lebensstile zu diskutieren, geschweige denn, diese auf den Prüfstand zu stellen. Daher ist Ehrlichkeit gefordert. Nur auf Basis einer ehrlichen Analyse sind wirksamer Klimaschutz, eine natur- und landschaftsverträgliche Energiewende sowie die Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit möglich.

2. Geeignete Rahmenbedingungen für eine klima- und naturverträgliche Lebensweise

Einem energiebewussten und nachhaltigen Verhalten stehen zu viele Hindernisse entgegen.

Wir fordern: Beseitigen Sie diese Hindernisse. Schaffen Sie Rahmenbedingungen und Strukturen für eine klima- und umweltgerechte Lebensweise und ein Wirtschaftssystem, das diese fördert. Setzen Sie sich dafür ein, dass der Konsum von Energie, Rohstoffen und Gütern in allen gesellschaftlichen Bereichen deutlich sinkt. Dazu gehören:


  • die Reduzierung des Autoverkehrs bei gleichzeitiger Förderung anderer Verkehrsträger,
  • die Beseitigung klima- und naturschädigender Subventionen,
  • die Schaffung einer Kreislaufwirtschaft,
  • die Sicherstellung kurzer Wege mit Mitteln der Raumordnung und Bauleitplanung,
  • ein Verbot von Produkten, die unter sozial und ökologisch nicht vertretbaren Bedingungen hergestellt werden sowie die Einführung verbindlicher, leicht verständlicher Produktinformationen mit Angaben zum Energie- und Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus,
  • die Berücksichtigung der legitimen Interessen der Menschen in Deutschland, insbesondere der sozial schwächeren, aber ebenso der Menschen in anderen Regionen der Welt, denen wir viele negative Folgen unserer Lebensweise aufbürden.

Argumente

Wenn es um die Verwirklichung klima- und umweltschonender Verhaltens- und Konsummuster geht, verweisen Politiker*innen häufig auf Entscheidungsfreiheit, Freiwilligkeit, Verantwortung und Marktmacht der Verbraucher*innen. Dies ist nicht unbegründet und einer Demokratie, die auf mündige Bürger*innen setzt, angemessen. Jedoch ist diese Position für sich allein nicht haltbar: Sie geht aus von unrealistischen Handlungsmöglichkeiten der Menschen, blendet die verhaltensbestimmende Rolle gegebener Strukturen und Rahmenbedingungen aus und wird politischer Verantwortung nicht gerecht.

Es ist nicht zu erwarten, dass sich immer mehr Menschen für eine nachhaltige Lebensweise entscheiden, wenn die gegebenen strukturellen, sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen dies erschweren58. Die Menschen müssten sich hierzu entgegen den bestehenden Anreizsystemen verhalten, und dies im Bewusstsein, dass ihre individuellen Bemühungen nur geringe Wirkung haben, weil viele andere sich nicht entsprechend verhalten. Zudem ist es oft sehr aufwändig, sich das Wissen über Möglichkeiten nachhaltigen, energie- und ressourcensparenden Verhaltens anzueignen. Dies für alle Produkte und Dienstleistungen in allen relevanten Lebensbereichen zu tun, stellt eine Überforderung des Individuums dar. Damit wird deutlich: Energie- und Ressourceneinsparung ist nicht nur eine individuelle Aufgabe, sondern vor allem eine gesamtgesellschaftlich-politische59.

Daher müssen Staat und Politik einen klaren Rahmen für nachhaltiges Handeln in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen setzen, für die direkt und indirekt Energie und Ressourcen benötigt werden60. Ziel muss es sein, dass ressourcenschonendes und energiesparendes Verhalten für alle gesellschaftlichen Akteure regelmäßig die günstigere, einfachere und damit bessere Alternative darstellt und somit zum gesellschaftlichen Normalfall und Standard wird61.

Dennoch: Entscheidungen, Verhaltensweisen und Lebensstil der einzelnen Person bleiben wichtig, gerade in einer Demokratie. Das Individuum ist in zwei Rollen gefordert, um die erforderlichen Änderungen zu unterstützen und auf den Weg zu bringen: als Konsument*in und als politisch agierende/r Bürger*in, die entsprechende politische Entscheidungen fordert und mitträgt.

Dass eine nachhaltige Entwicklung der staatlichen Steuerung bedarf und Suffizienz hierfür eine wichtige Rolle spielt, betonte auch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“62. In ihrem Abschlussbericht von 2013 verwies sie darauf, dass „… Suffizienz der Einsparung stofflicher oder energetischer Ressourcen sowie der Minderbelastung der globalen Senken durch eine Änderung von Lebensstilen, Produktions- und Verhaltensweisen […]“ dient. Darüber hinaus schlug sie vor, „nicht-ökologische Anreize seitens des Staates“ abzuschaffen und Möglichkeiten der Ordnungs- und Gestaltungspolitik zu nutzen, um eine sozial-ökologische Transformation zu fördern: „Die Transformation erfordert die gesamte Bandbreite der Ordnungs- und Gestaltungspolitik sowie neue Konzepte einer nachhaltigen Arbeitswelt und nachhaltiger Konsum- und Lebensstile. (…) Die sozialökologische Transformation ist die angemessene Reformperspektive für die heutigen Herausforderungen.“63

Fakten

Die Möglichkeiten individueller Einspar-Bemühungen, aber auch deren Grenzen, zeigte das Projekt „Klimaneutral leben in Berlin“ (KLIB) des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung auf. 100 Haushalte wurden ein Jahr lang bei dem Versuch begleitet und beraten, freiwillig ihren persönlichen CO2-Fußabdruck in praktisch allen Lebensbereichen zu reduzieren. Aus den Kauf- und Nutzungsdaten der Haushalte wurden die CO2-Emmisionen errechnet. Die Teilnehmer*innen dokumentierten mit Hilfe eines CO2-Trackers im Jahr 2018 wöchentlich ihren CO2-Fußabdruck in verschiedenen Sektoren (Ernährung, Mobilität, Heizen, Sonstiger Konsum). Vor Projektbeginn im Jahr 2017 emittierten die Teilnehmer*innen durchschnittlich 8,75 t CO2 pro Person und Jahr. Dieser Wert lag bereits deutlich unter dem deutschen Durchschnitt. Dieser wird von der EU mit 9,7 t pro Kopf/Jahr für fossile CO2-Emissionen für 2017 angegeben64, vom Umweltbundesamt mit 11,6 t CO2-Äquivalenten pro Kopf/Jahr65, wobei hier auch Emissionen anderer Treibhausgase mit betrachtet werden. Zwar erreichten die Haushalte eine weitere Senkung des CO2-Ausstoßes auf durchschnittlich 7,3 t pro Kopf/Jahr, die sparsamste Teilnehmerin erreichte sogar 3,5 t. Da jedoch bereits die öffentlichen Infrastruktureinrichtungen mit einem CO2-Äquivalent von rund 2 t zu veranschlagen sind, ist der für das Jahr 2050 geforderte Wert von 1 Tonne CO2 pro Kopf/Jahr voraussichtlich nicht oder nur sehr schwer erreichbar.66

3. Nutzung aller Potenziale zur Verringerung des Energieverbrauchs

Viele Potenziale zur Verringerung des Energieverbrauchs bleiben bisher ungenutzt.

Wir fordern: Erlassen Sie verbindliche Vorgaben zur Einsparung von Energie und Ressourcen und zielen Sie dabei zunächst vor allem auf solche Strukturen und Verhaltensweisen, die 1) einen überdurchschnittlich hohen Ressourcen- und Energieverbrauch aufweisen und sich besonders negativ auf das Klima und die natürliche Umwelt auswirken und/oder 2) einfach änderbar sind.

Argumente

In Politik, Wirtschaft und Bevölkerung gibt es starke strukturell-systemische und psychologische Beharrungskräfte, die dazu führen, dass in weiten Teilen der Gesellschaft an den bestehenden Verhältnissen festgehalten wird und Potenziale zur Verringerung des Energieverbrauchs durch veränderte Verhaltensweisen ungenutzt bleiben.

Die Umstellung auf energiesparende Verhaltensweisen und Infrastrukturen wird Zeit in Anspruch nehmen. Daher sollten sich erste Bemühungen auf Bereiche richten, die erstens ein hohes Einsparpotenzial haben, zweitens auf solche, die einfach durchführbar sind. Zum ersten Punkt gehören etwa der Abbau klimaschädlicher Subventionen in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Landwirtschaft67, zum zweiten beispielsweise ein Verbot von standby-Schaltungen und geplanter Obsoleszenz sowie die Förderung der leichten Reparierbarkeit von Gebrauchsgütern.

Fakten

Das Bundesamt für Naturschutz68 beziffert die klimaschädlichen Subventionen in Deutschland auf ca. 33 Mrd. Euro. Eine Studie des BUND69 geht unter Bezug auf eine weitere Studie des Umweltbundesamtes70 aus dem Jahr 2016 von insgesamt 57 Milliarden Euro an umweltschädlichen Subventionen aus.

4. Vorbildfunktion staatlicher Stellen und öffentlicher Einrichtungen

Staatlichen Stellen und öffentlichen Einrichtungen kommt eine besondere Verantwortung für die Vermittlung der erforderlichen Änderungen zu.

Wir fordern: Unterstützen Sie die Vorbildfunktion dieser Einrichtungen durch geeignete rechtliche Vorgaben und Förderungen. Dies reicht von der Energieversorgung über Beschaffung, Vergaberecht, Fuhrpark, Kantinen und Mensen bis hin zu Dienstreisevorschriften.

Argumente

Staatlichen Stellen und öffentlichen Einrichtungen kommt eine besondere Verantwortung für die Vermittlung der Notwendigkeit einer umfassenden gesellschaftlichen Transformation zu. Insbesondere Kommunen sollten ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und durch Best-Practice-Beispiele exemplarisch zeigen, welche Möglichkeiten zur Einsparung von Energie und Ressourcen durch Effizienz, v. a. aber auch durch ein verändertes Verhalten, bestehen und Bürger*innen zur Nachahmung ermutigen. Hierfür benötigen sie neben geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen vor allem finanzielle Förderung, da die Mittel der meisten Städte und Gemeinden angesichts der angespannten Haushaltslage nicht ausreichen.

Möglichkeiten und Notwendigkeiten bestehen beispielsweise durch Vorgaben im Beschaffungswesen zur Anschaffung von Produkten aus umweltfreundlicher, möglichst regionaler Produktion, zur Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit oder zur Nutzungsdauer. Dienstreisevorschriften sollten nicht das billigste Verkehrsmittel (oft das Flugzeug), sondern das umweltfreundlichste fördern, die Anschaffung von Dienstfahrrädern kann umweltfreundliche Mobilität fördern. In Kantinen und Mensen können bevorzugt Nahrungsmittel aus regionaler Produktion verwendet und das Angebot an Fleischgerichten reduziert werden.

Eine besondere Rolle nehmen Energie- und Klimaschutzkonzepte (EuK-Konzepte) ein, die bereits über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert werden. Die EuK-Konzepte dienen als strategische Instrumente dem übergeordneten Ziel, Treibhausgasemissionen durch Energieeinsparung und Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien zu reduzieren. Die Konzepte sind jedoch informeller Art, d. h. es ist rechtlich weder vorgeschrieben sie zu erstellen, noch sind sie rechtlich verbindlich bzw. besteht nach Fertigstellung keine Verpflichtung zur Umsetzung der Maßnahmenkonzepte. Nach Abschluss der Konzepterstellung ist es für Kommunen jedoch vielfach schwierig, modellhafte Maßnahmen im Eigenbetrieb umzusetzen. Maßnahmen zur Verhaltensänderung nehmen bereits einen großen Anteil in den bestehenden Konzepten ein.71 Für die Maßnahmenumsetzung sind jedoch zusätzliche finanzielle Förderungen wichtig, um Suffizienz als handlungsleitendes Prinzip auf kommunaler Ebene und damit in der Lebenswirklichkeit der Bürger*innen zu verankern. Neben der reinen Umsetzung ist dabei vor allem ein besonderer Schwerpunkt in der Kommunikation mit den Bürger*innen auf die Notwendigkeit von Innovation & Exnovation zu legen. Damit ist z. B. gemeint, dass die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, des Fahrradwegenetzes oder eines Car-Sharing-Ringes auch mit der Reduzierung von bestehenden PKW-Stellplätzen oder dem Rückbau bisheriger Fahrbahnbreiten einhergehen muss, um Energie- und Ressourceneinsparungen zu bewirken.72 Durch so genannte Pull-Maßnahmen können Kommunen beispielsweise suffizientes Verhalten im Alltag ermöglichen (z. B. Fahrradwege), während Push-Maßnahmen73 energie- und ressourcenintensives Verhalten erschweren oder Nachfragen nach Gütern begrenzen. Um hier steuernd tätig zu werden, benötigen die Kommunen finanzielle Förderung, die über die bisherigen Mittel im Rahmen der NKI hinausgehen.74

Fakten

Die Bedeutung, die Verhaltensänderungen in EuK-Konzepten zugewiesen wird, zeigte sich bei der Erstellung des Handbuchs „Klima- und Naturschutz – Hand in Hand“75. Hierfür wurden insgesamt 31 regionale und 33 kommunale EuK-Konzepte daraufhin untersucht, ob und wie sie Naturschutzbelange berücksichtigen. Die Auswahl der Konzepte umfasst alle Bundesländer, unterschiedlichste Naturräume und Gemeindegrößen sowie ländliche und städtisch geprägte Gebiete. Die analysierten 64 Konzepte enthielten 3.505 Maßnahmen, die in 16 Kategorien eingeteilt wurden. Mit insgesamt 1.010 Einzelmaßnahmen entfielen mit Abstand die meisten Maßnahmen auf die Kategorie Verhaltensänderung, die wiederum sechs Unterkategorien enthielt (Bewusstsein, Energieverbrauch, Verkehr, Ressourcen, Erneuerbare Energien und Forschung/Lehre).

Die Corona-Krise zeigt, wie verwundbar unsere Gesellschaften sind. Diese Verwundbarkeit wird mit ungebremst fortschreitender Umweltzerstörung, mit zunehmendem Artensterben und Klimawandel steigen und uns vor immer schwerer zu bewältigende, zeitlich nicht begrenzte Probleme stellen. Aus diesem Grund dürfen staatliche Konjunkturprogramme, Subventionen etc. nicht in ein einfaches „Weiter so“ investiert werden, sondern müssen auch der Schaffung der oben geforderten Rahmenbedingungen für eine klima- und naturverträgliche Lebensweise dienen. Je früher und effektiver Politik und Gesellschaft wirksame Maßnahmen zum Schutz von Umwelt, Natur und Klima ergreifen und umsteuern, umso weniger schmerzhaft wird es in Zukunft werden.

Argumente

Angesichts der wirtschaftlichen Dimensionen der Verbreitung des Corona-Virus hat die Bundesregierung Förderprogramme zur Stabilisierung der Wirtschaft aufgelegt, um die Wirtschaft rasch wieder zum Laufen zu bringen. Das Ziel ist bislang ein möglichst schnelles Aufschließen an den ehemaligen Status Quo zur Sicherung des wirtschaftlichen Wohlstandes in Deutschland – zum Teil regten sich auch Stimmen, in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation wachstumshemmende Umweltauflagen zurück zu stellen.

Die Bewältigung der Folgen von Covid-19 darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden und zur Ausblendung der Herausforderungen des Klimawandels und des Rückgangs der Biodiversität führen. Eine Rücknahme von umweltpolitischen Maßnahmen würde die Gesellschaft nicht voranbringen, sondern auf dem Weg der erforderlichen Reformen und Änderungsprozesse zurückwerfen. So notwendig die Stützungsmaßnahmen der Wirtschaft in der momentanen Lage sind, so sollten die Unterstützung großer Firmen und weitere Maßnahmen an die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels von Paris geknüpft werden. Darüber hinaus muss deutlich werden, dass temporäre Sofort-Maßnahmen einen langfristig angelegten sozial-ökologischen Umbau nicht konterkarieren dürfen bzw. unterstützen müssen. Ähnliche Auffassungen finden sich (Stand Anfang Juni 2020) in Programmen, Papieren und Forderungen vieler gesellschaftlicher Akteure.76 Einen „grünen Aufschwung" nach der Corona-Krise hat auch ein europaweites Bündnis von knapp 200 Politiker*innen, Unternehmensvorständen, Gewerkschaftsvertreter*innen und Nichtregierungsorganisationen gefordert.77

Das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturprogramm lässt entsprechende steuernde Wirkungen jedoch weitgehend vermissen. Insgesamt sind laut einer ersten Bewertung durch das Wuppertal Institut in den Bereichen Gebäude, Industrie, Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Verkehr, Energiewirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung sowie Lebensstile und Konsum umfangreiche Nachbesserungen und Ergänzungen erforderlich.78

Wir sind bereit!

Ein zukunftsgerechter und naturverträglicher Umgang mit Energie und Ressourcen erfordert erhebliche Veränderungen, die manche auch als Verlust oder Belastung wahrnehmen werden. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir hierdurch insgesamt an Lebensqualität gewinnen. Denn die mit Klimawandel und Biodiversitätsverlust verbundenen Lasten und Kosten werden deutlich höher sein als die eines vorbeugenden Klima- und Naturschutzes. Wir sind daher bereit, die Konsequenzen unserer Forderungen zu tragen und die angestrebten Ziele und Maßnahmen aktiv zu unterstützen.

Konkret werden wir


  • die Zielkonflikte zwischen verschiedenen gesellschaftlichen und individuellen Interessen sowie die Widersprüche zwischen Reden und Handeln offen ansprechen und diskutieren,
  • aktiv für eine naturverträgliche Energiewende und einen naturverträglichen Klimaschutz werben,
  • alle energie-, klima-, wirtschafts- und naturschutzpolitischen Entscheidungen aktiv unterstützen, die sozial gerechte und effektive energiesparende Produktions- und Konsumstile fördern, auch wo sie mit Veränderungen oder Mehrkosten verbunden sind,
  • die zwingend notwendigen politischen Veränderungen rechtlicher, institutioneller und ökonomischer Rahmenbedingungen unterstützen
  • und all dies durch unser persönliches Verhalten unterstützen; etwa indem wir wo immer möglich umweltfreundliche Verkehrsmittel wählen, auf Kurzstreckenflüge verzichten, unseren Fleischkonsum reduzieren und in unserem Kaufverhalten Produkte bevorzugen, die eine möglichst geringe ökologische Belastung über den gesamten Produktzyklus hinweg aufweisen.

Argumente

Menschen benötigen die richtigen Rahmenbedingungen und Strukturen, um nachhaltig, klimaschonend, energie- und ressourcensparend sowie naturverträglich zu handeln. Diese Rahmenbedingungen vorzugeben und immer wieder neuen Erfordernissen anzupassen ist Aufgabe und Verantwortung der Politik, sprich der jeweiligen Regierung.

Demokratisch gewählte Politiker*innen und Regierungen benötigen die Unterstützung breiter Kreise der Bevölkerung, wenn sie Veränderungen anstoßen wollen, die zwar notwendig und unausweichlich sind, aber im Widerspruch zu gewohnten Ansprüchen und Verhaltensweisen stehen oder gar als Bedrohung des eigenen Lebensentwurfes verstanden werden.

Deshalb ist für die Erhaltung der Lebensgrundlagen auf unserem Planeten beides nötig: Einerseits verantwortungsvolle Entscheidungen der Politik; andererseits die Bereitschaft der Menschen diese Entscheidungen und die damit verbundenen Konsequenzen mitzutragen und durch eigenes Verhalten als Konsument*in und Bürger*in aktiv zu unterstützen. Nur gemeinsam können wir die anstehenden Herausforderungen bewältigen. Dass wir nicht sämtliche Verantwortung einfach an „die Politik“ delegieren, sondern uns unserer eigenen Verantwortung bewusst sind und bereit sind, daraus Konsequenzen zu ziehen, bringen wir hiermit zum Ausdruck.

Verfasser

Dr. Bernd Demuth, Prof. Dr. Stefan Heiland
Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung, TU Berlin
Kontakt: aufruf@landschaft.tu-berlin.de

Fußnoten

  1. Zusammengestellt von Dr. Bernd Demuth und Prof. Dr. Stefan Heiland, Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung der TU Berlin.
  2. Vereinte Nationen, Generalversammlung (1948): A/RES/217A (III) Resolution der Generalversammlung 217 A (III). Allgmeine Erklärung der Menschenrechte. menschenrechtserklaerung.de/die-allgemei... (abgerufen 10.05.2020)
  3. Kopp et al. 2017, S. 6 ff.; Lessenich 2018, S. 9 ff.
  4. Germanwatch 2019, S. 2; Singh (2015); Schwarz; Reimer (2013)
  5. Germanwatch 2020, S. 2.
  6. BMU 2020
  7. Schmidt, et al. 2014
  8. Vgl. hierzu u. a. die an anderen Stellen dieses Papiers genannten Quellen.
  9. laenderdaten.info/durchschnittseinkommen... (abgerufen 10.05.2020)
  10. data.footprintnetwork.org// (abgerufen 24.05.2020)
  11. germanwatch.org/de/overshoot (abgerufen 05.03.2020)
  12. Germanwatch 2019, S. 2-3.
  13. IPCC 2007; IPCC 2020
  14. Diffenbaugh & Burke 2019
  15. Germanwatch 2020, S. 2.
  16. Vgl. hierzu u. a.:
    de.statista.com/statistik/daten/studie/1...
    klimafakten.de/behauptungen/behauptung-d...
    de.statista.com/statistik/daten/studie/1...
    edgar.jrc.ec.europa.eu/overview.phpv=boo...
    de.statista.com/statistik/daten/studie/3... (abgerufen jeweils zuletzt am 16.06.2020)
  17. Vgl. hierzu die Angaben des OECD Better Life Index zu den Themenbereichen Bildung, Work-Life-Balance, Beschäftigung, Einkommen und Vermögen, Umwelt, soziale Beziehungen, Gesundheit, Zivilengagement, Wohnen, Sicherheit und subjektives Wohlbefinden: oecdbetterlifeindex.org/de/countries/ger... (abgerufen 05.03.2020)
  18. de.statista.com/statistik/daten/studie/1... (abgerufen 05.03.2020). Ranking anhand des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Jahr 2018. Datengrundlage ist die „World Economic Outlook Database“ des Internationalen Währungsfonds von Oktober 2019.
  19. Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“, UBA 2018; 18. Shell Jugendstudie „Eine Generation meldet sich zu Wort“, Utzmann et al. 2019, S. 3
  20. Zur Entwicklung des Primärenergieverbrauches in Deutschland s. UBA, 2020.
    Nicht berücksichtigt sind hier die möglicherweise positiven Nebeneffekte der Corona-Krise auf den Energieverbrauch, die jedoch nicht Ergebnis gezielter politischer Maßnahmen sind. Vgl. hierzu auch Agora Energiewende 2020.
  21. Dabei sollen Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 Grad Celsius unternommen werden. Siehe hierzu auch:
    bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neu... (abgerufen 05.03.2020)
    bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/k... (abgerufen 05.03.2020)
    de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen... (abgerufen 05.03.2020)
  22. mcc-berlin.net/de/forschung/co2-budget.h... (abgerufen 05.03.2020);
    de-ipcc.de/media/content/SR1.5-SPM_de_18... (abgerufen 05.03.2020)
  23. IPCC 2013/2014, S. WGI-3
  24. IPCC 2013/2014, S. WGI-3, WGI-5
  25. IPCC 2018, S. 175ff.; IPCC 2020, S. 3
  26. Die Angaben zur sozialen Situation (z. B. Themenbereichen Einkommensverteilung, Arbeitslosigkeit, Gesundheit, Familie und Kinder, Migration und Bildung) in Deutschland sind auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung dargestellt:
    bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/so... (abgerufen am 09.06.2020).
  27. sustainabledevelopment.un.org/menu=1300 (abgerufen am 02.06.2020)
    Zu den sozialen Auswirkungen der globalisierten Wirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern vgl. auch Hartmann 2016; Kopp et al. 2017; Lessenich 2018.
  28. IPBES 2019, S. 25, 37
  29. bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt... (abgerufen am 09.06.2020)
  30. Schwägerl 2016
  31. Hallmann et al. 2017
  32. stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/bayer... (abgerufen am 02.06.2020)
  33. BMUB 2014, S. 37 ff.
  34. FAO et al. 2019
  35. WWAP 2019; WWAP 2020.
  36. umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/... (abgerufen am 02.06.2020)
  37. Heiland & Gyimóthy 2019; Einleitung zum Handbuch „Klima- und Naturschutz: Hand in Hand“. landschaft.tu-berlin.de/fileadmin/fg218/... (abgerufen am 25.05.2020)
  38. Zahlen aus: Heiland & Gyimóthy 2019 (Erdbeeren); Berners-Lee 2010 (Sonstiges)
  39. Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) (BMWi 2014), Grünbuch Energieeffizienz (BMWi 2016), Klimaschutzprogramm 2030 (BMU 2019), Energieeffizienzstrategie 2050 (BMWi 2019).
  40. Die Einsparung an Primärenergie gegenüber dem Vergleichsjahr 2008 lag im Jahr 2019 bei 11 % (UBA 2020) ‑ das Einsparziel für 2020 beträgt 20 %.
  41. Linz & Scherhorn 2011, S. 8; Misereor 2018
  42. Zu Rebound-Effekten vgl. Linz 2011, S. 8; Lange & Santarius 2018, S. 26 f.
  43. BUND 2017A, S. 8; Fischer & Grieshammer 2013, S. 8-10; Kleinhückelkotten et al. 2016, S. 88; Schneidewind & Zahrnt 2013
  44. vgl. z. B. BMWi 2019
  45. Wuppertal Institut 2008, S. 216
  46. Das Konzept der Konsistenz beinhaltet die Vereinbarkeit von Natur und Technik, so zum Beispiel die Verwendung erneuerbarer Materialien (vgl. Wuppertal Institut 2008, S. 107-108).
  47. Vidal et al. 2013
  48. Zu den Folgen des Rohstoffbedarfs durch die Energiewende für Entwicklungsländer vgl. Misereor 2018 (S. 14, 18, 20, 44, 45, 47).
  49. Misereor 2018, S. 18;
    wind-energie.de/fileadmin/redaktion/doku... (abgerufen am 09.06.2020)
    elektrogesetz.de/gesetzestexte/elektrog/... (abgerufen am 09.06.2020)
  50. Wuppertal Institut 2008, S. 104 ff.; Linz & Scherhorn 2011, S. 8; Lange & Santarius 2018, S. 26 f.
  51. Siehe hierzu auch:
    bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neu... (abgerufen 05.03.2020)
    bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/k... (abgerufen 05.03.2020)
    de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen... (abgerufen 05.03.2020)
  52. Förster et al. 2018, S. 5
  53. cbd.int/doc/legal/cbd-en.pdf (abgerufen am 09.06.2020)
  54. sustainabledevelopment.un.org/menu=1300 (abgerufen am 09.06.2020)
  55. IPBES 2019; BMU 2020
  56. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die Diskussion um den von Bündnis90/Grüne vorgeschlagenen „Veggie-Day“ im Bundestagswahlkampf 2013.
    Siehe hierzu u. a.
    spiegel.de/politik/deutschland/veggie-da...
    faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspo...
    de.wikipedia.org/wiki/Kontroverse_um_den...
    Zur Schwierigkeit von Politikern, wichtige, aber unpopuläre Maßnahmen zu verkünden, vgl. auch Lesch & Kamphausen 2018, S. 106-107.
  57. UBA 2018; BMU 2019a
  58. Linz & Scherhorn 2011, S. 9
  59. BMU, BMJV, BMEL 2016, S. 10
  60. Schneidewind 2017
  61. Vgl. hierzu Kopatz 2016
  62. Die Enquete Kommission wurde durch Beschluss des Deutschen Bundestages vom 1. Dezember 2010 eingesetzt. Die Kommission bestand aus 17 Bundestagsabgeordneten sowie aus 17 externen Sachverständigen. Vgl. de.wikipedia.org/wiki/Enquete-Kommission... (abgerufen am 06.04.2020).
  63. Deutscher Bundestag 2013, S. 556; S. 130
  64. edgar.jrc.ec.europa.eu/overview.phpv=boo... (abgerufen am 16.06.2020)
  65. uba.co2-rechner.de/de_DE/ (abgerufen am 16.06.2020)
  66. klimaneutral.berlin/ Jegers 2019; Bilharz 2019; UBA 2013, S. 4, 8
  67. BfN 2019, S. 43-46; BUND 2017b
  68. BfN 2019, S. 46
  69. BUND 2017b
  70. UBA 2016
  71. Heiland & Gyimóthy 2019. Vgl auch Leuser & Brischke 2017, S. 14
  72. Unter Exnovation versteht man die Beendigung von (nicht nachhaltigen) Praktiken, Technologien oder Nutzungssystemen. Beispiele für Exnovation sind der Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg oder das EU-Glühbirnenverbot.
    Quelle: borderstep.de/glossar-eintrag/exnovation... (abgerufen am 20.04.2020)
  73. Leuser & Brischke 2017, S. 8
  74. Die Grünen 2020a
  75. Heiland & Gyimóthy 2019
  76. IG Metall & BUND (2020); BUND (2020); DUH (2020); WWF (2020); DIE LINKE (2020); Die Grünen (2020)
  77. Green Recovery Alliance 2020
  78. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH 2020

Literatur

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  • Berners-Lee, Mike (2010): How bad are bananas? The carbon footprint of everything. Profile Books. London.
  • BfN (2019): Abbau naturschädigender Subventionen und Kompensationszahlungen auf stoffliche Belastungen. Ökonomische Instrumente zum Schutz der biologischen Vielfalt. Bearbeiter: B. Schweppe-Kraft, K. Schlegelmilch, L. Berger. Abgerufen am 26.02.20 von:
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